Die 4 Schritte der Gewaltfreien Kommunikation (GfK)

Aktualisiert: 11. Apr.

Wenn ich a sehe, dann fühle ich b, weil ich c brauche. Deshalb möchte ich jetzt gerne d.“


Im folgenden Blogartikel erhalten Sie sowohl eine Einführung in die Grundlagen der Gewaltfreien Kommunikation nach M. Rosenberg als auch eine Anleitung, wie die 4 zentralen Schritte der gewaltfreien Kommunikation aussehen und angewendet werden können.

 

Inhaltsangabe

1. Einführung in die gewaltfreien Kommunikation

1.a) Wolfssprache und Giraffensprache

2. Die 4 Schritte der gewaltfreien Kommunikation

2.a) Beobachtung

2.b) Gefühle benennen

2.c) Bedürfnisse benennen

2.d) Bitte formulieren

3. Mein Angebot für Sie

 

1. Einführung in die gewaltfreie Kommunikation


Vor ca. drei Jahren bin ich auf ein Thema aufmerksam geworden, was seither sowohl mein Privatleben als auch meine therapeutische Arbeit maßgeblich beeinflusst hat. Es handelt sich um die "Gewaltfreie Kommunikation, GfK" (engl. nonviolent communication), die von Marshall B. Rosenberg (1934 -2015) entwickelt wurde. Ich möchte in diesem Blogpost das Grundkonzept der GfK vorstellen. Es handelt sich um ein komplexes Thema, zu welchem ich auch in Zukunft immer wieder neue Beiträge veröffentlichen werde.


Die GfK ist nicht nur eine Kommunikationsform, sondern eine Lebenseinstellung. Deswegen gibt es einerseits eine bestimmte "Technik" mit der Kommunikation gestaltet wird, auf der anderen Seite gibt es Grundannahmen bzw. eine Grundhaltung, die die generelle Voraussetzung in uns zum gewaltfreien Kommunizieren schaffen sollen.


Gewaltfreie Kommunikation findet immer auf Grundlage von Empathie statt. Wenn Menschen empathisch auf ihren Gesprächspartner eingehen können, besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass das Gegenüber sich kooperativ und offen für die eigenen Bedürfnisse zeigt. Das ist leicht nachvollziehbar. Wenn mir jemand mit empathischer Wertschätzung begegnet, bin auch ich eher bereit, diesem Menschen zuzuhören, was er mir mitteilen möchte. Begegnet mir jemand mit Vorwürfen, Verurteilungen und Anschuldigungen, mache ich innerlich eher "zu" und versuche erst gar nicht, die Bedürfnisse und Gefühle des Anderen zu verstehen oder gar darauf einzugehen. Lesen Sie hierzu gern auch den Artikel über die Grundannahmen der gewaltfreien Kommunikation.


1. a) Wolfssprache und Giraffensprache

Rosenberg hat zwei Arten von Kommunikation unterschieden. Da ist einmal die lebensbejahende Sprache des Herzens. Diese nennt er "Giraffensprache". Die Giraffe hat ein großes Herz und kann sich von oben einen guten Überblick über Situationen verschaffen. Sie kommuniziert gutmütig, empathisch, urteilsfrei.



Auf der anderen Seite steht die lebensentfremdende Kommunikation. Diese drückt Macht aus, beschuldigt das Gegenüber und trennt Verbindungen zwischen Menschen. Das ist die "Wolfssprache". Insbesondere bei starken Gefühlen wie Wut, Angst, Traurigkeit kann es sein, dass der Wolf in uns hervorkommt und nach außen brüllt um sein Revier zu markieren.



2. Die 4 Schritte der gewaltfreien Kommunikation


Wir alle finden uns Tag für Tag mal im Giraffen- und mal im Wolfspelz wieder. In der Gewaltfreien Kommunikation geht es darum, dem Wolf häufiger Einhalt zu gebieten und mit der Güte der Giraffensprache zu kommunizieren. Ziel ist es, das Leben unserer Mitmenschen und uns selbst zu bereichern, damit am Ende alle das bekommen, was sie brauchen. Es geht darum zu verstehen und verstanden zu werden. Die GfK unterstützt Sie dabei, die eigenen Gefühle und Bedürfnisse wahrzunehmen und diese nach außen kommunizieren zu können. Für diese Kommunikationstechnik hat Rosenberg vier Schritte entwickelt, die darauf abzielen, größtmögliche Verbindung zwischen den Gesprächspartnern zu schaffen, sodass eine Atmosphäre von Verständnis, Offenheit und Sicherheit entstehen kann. Diese sind:

  1. Beobachtung in der Situation

  2. Gefühl erkennen und äußern

  3. Bedürfnis erkennen und äußern

  4. Bitte formulieren


2.a) Beobachtung


In der GFK achten wir darauf, nicht zu interpretieren und zu bewerten, sondern auf Grundlage von tatsächlichen Beobachtungen zu kommunizieren. Das ist viel schwerer als gedacht, denn normalerweise bewerten wir stets und ständig Alles und Jeden. Beispielsweise ist die Aussage "Du bist zu spät" keine Beobachtung, sondern eine Bewertung. Eine Beobachtung wäre "Wir hatten uns für 16:00 Uhr verabredet. Jetzt ist es 16:30 Uhr.". Es ist ratsam mehr Beobachtungen als Bewertungen zu äußern, da häufig, die Dinge die wir hören, gar nicht das sind, was die anderen gesagt haben. Interpretationen bieten immer viel Spielraum für Missverständnisse und Fehlinterpretationen. Hier sind einige weitere Beispiele, die den Unterschied zwischen Beobachtung und Bewertung verdeutlichen können:


Bewertung

"Dein Zimmer ist total unordentlich!"

Beobachtung

"In deinem Zimmer liegen drei Pullis, vier Hosen und zwei Teller mit Essensresten auf dem Boden."


Bewertung

"Du hilfst mir nie!"

Beobachtung

"Vor zwei Tagen hatte ich dich gebeten, einkaufen zu gehen. Bis jetzt haben wir noch keine neuen Lebensmittel."


2.b) Gefühle erkennen und benennen

Gefühle auszudrücken fällt vielen Menschen unheimlich schwer. Selbst das Fühlen von Gefühlen fällt den meisten Menschen heutzutage schwer. In der GfK ist die Benennung des Gefühls ein wesentlicher Bestandteil des Kommunikationsprozesses. Ereignisse und Situationen werden von jedem Menschen unterschiedlich wahrgenommen. Daher ist es wichtig, dass wir nach außen kommunizieren, wie es uns aktuell geht, denn das ist für unseren Gesprächspartner nicht immer anhand der Situation ersichtlich. Wenn wir nämlich sagen "Wir hatten uns für 16:00 Uhr verabredet. Jetzt ist es 16:30 Uhr.", dann kann unser Gefühl dazu sehr unterschiedlich ausfallen. Beispielsweise könnten wir uns ärgern, weil wir lange warten mussten, wir könnten aber auch erleichtert sein, da wir selbst nicht 16:00 Uhr da waren. Die Arbeit mit der eigenen Emotionsregulation ist ein großes Thema in meiner therapeutischen Arbeit. Wenn wir unsere Gefühle kennen und tatsächlich spüren dürfen, dann können wir anderen diese viel leichter mitteilen, was uns in Verbindung bringt.


Beobachtung: "Wir hatten uns für 16:00 Uhr verabredet. Jetzt ist es 16:30 Uhr. Ich war 16:00 Uhr am Treffpunkt."

Gefühl: "Ich bin ärgerlich und mir ist kalt."



2.c) Bedürfnisse erkennen und benennen

Was will ich? Was brauche ich? Wer ist für meine Bedürfnisse zuständig?

Bedürfniswahrnehmung und Bedürfnisäußerung ist harte Arbeit. Im Rahmen der gewaltfreien Kommunikation wird der Bedürfnisäußerung ein großer Stellenwert beigemessen. Nur wenn wir anderen Menschen mitteilen können, was wir brauchen, können diese sich auf uns einstellen und uns entgegenkommen. Die Bedürfnisse und Gefühle stehen dabei in engem Zusammenhang. Denn unsere Gefühle sind es, die uns Auskunft über unsere Bedürfnisse geben. Deswegen sind Gefühlswahrnehmung und Bedürfniswahrnehmung auch eng miteinander verknüpft. Menschen, die Probleme damit haben, ihre eigenen Gefühle wahrzunehmen, sind oft nicht in der Lage zu beurteilen, was sie in bestimmten Momenten brauchen. Insbesondere bei Gefühlen, die nicht angenehm sind, wie Traurigkeit, Wut, Angst etc., kann bei ungenauer Gefühlswahrnehmung eine inadäquate Bedürfniswahrnehmung erfolgen. So kann es vorkommen, dass bei Traurigkeit nicht die Traurigkeit an sich gespürt wird, sondern nur ein allgemein unangenehmes Gefühl. Um das Gefühl loszuwerden, entsteht ein Bedürfnis nach Ablenkung, was dann z. B. durch den Konsum von Schokolade befriedigt wird.

Wenn wir das Beispiel von dem 16:00 Uhr Treffen aufgreifen, ergibt sich als dritter Schritt der GfK die Äußerung des Bedürfnisses.


Beobachtung: "Wir hatten uns für 16:00 Uhr verabredet. Jetzt ist es 16:15 Uhr. Ich war 16:00 Uhr am Treffpunkt."

Gefühl: "Ich bin ärgerlich und mir ist kalt."

Bedürfnis: "Mir ist Verlässlichkeit wichtig."


2.d) Bitte formulieren

Natürlich sollen wir am Ende des Prozesses mit der GfK auch darin unterstützt werden, anderen Leuten mitzuteilen, wie sie uns bestmöglich in der Bedürfniserfüllung unterstützen können. Dazu dient der 4. Schritt beim gewaltfreien Kommunizieren. Bei der Bitte formuliert man möglichst klar und präzise, was man sich von seinem Gegenüber wünscht, damit die eigenen Bedürfnisse erfüllt werden können. Hierbei ist wichtig zu beachten, dass es sich um eine Bitte bzw. einen Wunsch handelt, der durchaus auch von dem Gesprächspartner abgelehnt werden kann. Das ist in Ordnung. Denn in den Grundannahmen der GfK ist ein wichtiger Punkt die Freiwilligkeit. Wir möchten nicht, dass Menschen mit uns fälschlicherweise kooperieren, weil sie von uns manipuliert oder erpresst wurden. Wir wollen, dass unsere Bitten und Wünsche auf Grundlage von freiwilligen Handlungen erfüllt werden. Dies schließt mit ein, dass unser Gegenüber auch "Nein." sagen darf und anderer Meinung sein kann. In weiteren Beiträgen, werde ich noch erläutern, was dann mit unseren Bedürfnissen passiert, wenn wir die Freiwilligkeit beim anderen nicht sofort erzielen können. Die Bitte sollte auf Grundlage der Freiwilligkeit, dann auch als solche formuliert werden.


Beobachtung: "Wir hatten uns für 16:00 Uhr verabredet. Jetzt ist es 16:30 Uhr. Ich war 16:00 Uhr am Treffpunkt."

Gefühl: "Ich bin ärgerlich und mir ist kalt."

Bedürfnis: "Mir ist Verlässlichkeit wichtig."

Bitte: "Wärst du bereit, mir beim nächsten Treffen rechtzeitig Bescheid zu geben, wenn du dich verspätest?"


Dies sind die vier Schritte, nach denen die gewaltfreie Kommunikation aufgebaut ist. In Kurzform bedeutet es: „Wenn ich a sehe, dann fühle ich b, weil ich c brauche. Deshalb möchte ich jetzt gerne d.“ (a = Beobachtung - b = Gefühl - c = Bedürfnis - d = Bitte)


3. Mein Angebot für Sie


Lassen Sie die gewaltfreie Kommunikation in Ihrem (Familien)-Alltag lebendig werden!


Wenn Sie...

  • unglücklich sind über die Streitkultur, die in Ihrer Familie oder Partnerschaft herrscht.

  • glauben, dass alles, was Sie in Konfliktsituationen sagen, die Sache noch verschlimmert.

  • Ihre Bedürfnisse nie so äußern können, dass andere darauf eingehen.

  • Ihre Bedürfnisse und Gefühle manchmal selbst nicht zuordnen können.

  • in Aussagen und sogar Vorwürfen Ihres Partners/ihrer Partnerin (oder auch anderen Mitmenschen) gern deren Bedürfnisse und Wünsche erkennen würden.

Dann ist mein Angebot das Richtige für Sie!


Innerhalb von drei Monaten lernen Sie die Grundlagen und die Technik der gewaltfreien Kommunikation intentensiv kennen und üben. In den 1:1 Beratungen werden wir individuell auf die herausfordernsten Situationen in Ihrem Alltag eingehen und Lösungen finden, bei denen die Bedürfnisse aller Personen gesehen werden.


Gewaltfreie Kommunikation bringt Unabhängigkeit, Freiheit und Frieden in den Kontakt mit Ihrem Partner, Kindern, Eltern, Arbeitskollegen oder Freunden.


Möchten Sie Schritt für Schritt lernen, mit Ihren Herzensmenschen empathisch kommunizieren zu können?


Was muss ich als nächstes tun?


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Dann laden Sie sich mein Workbook zum Einstieg in die Gewaltfreie Kommunikation herunter. Sie erhalten unter anderem wertvolle Einstiegsübungen zur Unterscheidung von Bewertung und Beobachtung und eine Gefühls- und Bedürfnisliste.


So gelangen Sie zum Download-Link:

1. klicken Sie auf den Link und scrollen Sie bis zu "Erfüllte Partnerschaft und Erziehung mit der Gewaltfreien Kommunikation leben",

2. Am Ende von diesem Abschnitt finden Sie den Button "Download GfK workbook".


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